Nachbericht zur Spende des ISI Cup’s 2016 an die Förderschule am Marsbruch

Seit nun mehr als 3 Jahren veranstalten wir im Sommer ein Charity-Golf-Turnier, den Tingelhoff ISI Cup. Jedes Jahr überlegen wir uns vor dem Event, wer von der Spende profitieren könnte. Dabei fallen uns immer viele verschiedene Möglichkeiten ein, denn Unterstützung ist schließlich nie unangebracht. Letztes Jahr haben wir der Schule am Marsbruch unsere Spende des ISI Cups zukommen lassen. Beate Ziehe, die Mutter der kleinen Maira, nahm am ISI Cup Charity Event teil und den Check am Ende des Tages entgegen.

Wofür die Spende eingesetzt werden sollte, stand schon vorab fest. Das Geld würde in die Anschaffung eines Galileos gesteckt.

Das Galileo Gerät ist eine Trainingsplatte, die durch Vibration eine Wipp- und Kippbewegung des Beckens wie beim Gehen verursacht. Der Körper reagiert auf die Bewegung mit abwechselnder Muskelkontraktion der rechten und linken Körperhälfte. Das Prinzip dieser Therapie geht auf den natürlichen Bewegungsablauf beim Gehen zurück. Der Körper wird zu einem Bewegungsmuster verleitet, welches dem Gang nachempfunden ist und alle beteiligten Muskelpartien stimuliert. Die Kontraktionen der Muskeln führen zu einem natürlichen Dehnreflex und Aktivierung der Muskulatur in Rumpf, Rücken, Bauch bis hinunter in die Beine. Bei dem Training wird eine geringe Belastung des Herz-Kreislauf-Systems erzielt. Für die körperlich behinderten Kinder und vor allem Rollstuhlfahrer ist dieses Training eine gute Möglichkeit die Muskeln zu aktivieren und die körperliche Entwicklung zu fördern. Man sagt, dass 3 Minuten Training auf dem Galileo an die 9.000 Schritte darstellen.

Ein Jahr später, Mitte Mai, wurde ich in die LWL Förderschule am Marsbruch eingeladen, um mir einen Eindruck von der Arbeit mit den Kindern und dem Galileo zu verschaffen. Die Schule am Marsbruch ist eine Schule mit dem Schwerpunkt motorischer und körperlicher Entwicklung. Kinder und Jugendliche mit einer körperlichen Behinderung und kognitiven Einschränkungen besuchen 11 Schuljahre lang, betreut von Lehrerinnen und Lehrern, Krankenpflegern sowie Therapeutinnen und Therapeuten, diese Einrichtung.

Ich traf mich mit drei netten Müttern aus dem Förderverein. Bei der Besichtigung der Schule erfuhr ich viel über die Maßnahmen und Möglichkeiten, dabei standen uns durch die Übergabe des Generalschlüssels von Frau Miketta, Schulleitung der Schule am Marsbruch, wortwörtlich alle Türen offen.

Neben dem Schulunterricht stehen den Schülerinnen und Schülern viele AG’s und außerschulische Aktivitäten zur Verfügung. Der Stundenplan richtet sich nach den individuellen Fähigkeiten jedes einzelnen Schülers. Neben Fächern, wie Deutsch, Englisch und Mathe, gibt es unter anderem viele Bewegungstherapien, einen Snoozel-Raum zur Entspannung, ein Therapiebad, eine Sporthalle oder einen Schulgarten.

Die Schülerinnen und Schüler werden neben der schulischen Bildung an ein selbstständiges Leben nach der Schule gewöhnt und in Ihrer Unabhängigkeit unterstützt. Sie werden ebenso auf der Schule am Marsbruch individuell in Ihrer körperlichen Entwicklung gefördert. Für eben diese körperliche Entwicklung wurde das Galileo-Trainingsgerät angeschafft. Von der Wirkungsweise durfte ich mich persönlich überzeugen.

Als Trainings-Modells standen die Therapieleitung Frau Jürgens und Maira Ziehe (9) zur Verfügung.

 Steckbrief

Training mit GalileoName: Maira Ziehe
Alter: 9 Jahre
Geschwister: Zwillingsschwester Mara (9) und großer Bruder Mika (12)
Liebste Schulbeschäftigung: Air-Tramp und Galileo
Hobbys: Fahrrad fahren auf dem Therapierad, alles was mit Wasser zu tun hat
Kann ich besonders gut: Würfeln, am besten Sechsen
Lieblingsessen: Eis

Maira kam 13 Wochen zu früh auf die Welt und erlitt in Folge von Hirnblutungen eine Behinderung. Sie ist ein fröhliches und glückliches Kind. Während meines Aufenthaltes in der Schule am Marsbruch begleitete uns Maira bei der Besichtigung der Räumlichkeiten in Ihrem Rollstuhl und strahlte die ganze Zeit. Auch auf dem Galileo war sie vorbildlich dabei, auch wenn das Training auf dem Galileo sehr anstrengend für Maira war.

Auf dem Rückweg flitzten die Schüler und Schülerinnen in Ihren Rollis durch die Aufenthaltshalle in Mitten des Schulgebäudes. Wir sind froh einen Beitrag zu dem tollen Engagement aller Beteiligten der Schule am Marsbruch geleistet zu haben, die jeden Tag aufs Neue die Herausforderung mit den Schülerinnen und Schülern der Schule am Marsbruch gehen und sich für die Entwicklung der Schülerinnen und Schüler einsetzen.

Vielen Dank an Frau Schneider, Frau Figlia, Frau Ziehe und Maira, Frau Jürgens sowie Frau Miketta, die es ermöglicht haben einen tieferen Einblick in den Schulalltag der Kinder und Jugendlichen in der Marsbruchstraße zu erhalten. Viel Erfolg beim weiteren Training mit dem Galileo und alles Gute an alle Schülerinnen und Schüler, Eltern und Angehörige sowie Lehrkräfte, Therapeuten und alle Helfer.

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