Das „Deutsche Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)“ hat im Juni 2017 die zweite Aktualisierung des „Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ veröffentlicht. Die Ursprüngliche Fassung geht zurück auf das Jahr 2004, es folgte die erste Überarbeitung 2010. Neue Erkenntnisse in der Pflege, bei den Therapeutischen Maßnahmen und der Entwicklung von Hilfsmitteln machen eine Aktualisierung sinnvoll und notwendig. Insgesamt wurden bisher vom DNQP 11 Expertenstandards entwickelt, dabei ist der Expertenstandard „Dekubitus in der Pflege“ der erste, der zum zweiten Mal aktualisiert wurde.

Neben dem grundlegenden Aufbau des Expertenstandards, der sich nun mehr an der Logik des Pflegeprozesses orientiert, wurden insbesondere die Kommentierungen angepasst. Der Expertenstandard ist eine Zusammenfassung der derzeit verfügbaren präventiven Hilfsmittel und das Wissen um Prophylaxemaßnahmen die geeignet zu sein scheinen, um Dekubitus weitgehend zu vermeiden. Die Beschreibung und Zuordnung möglicher Maßnahmen, die je nach individuellen Dekubitusrisiko angewandt werden können und die von der Schulung und Beratung über die Förderung der (Eigen-) Bewegung bis hin zur Druckverteilung und – entlastung durch spezielle Hilfsmittel reichen.

Die Dekubituskategorien*2 wurden erweitert. Neben der Einteilung der Dekubitusstufen in vier Stadien finden sich jetzt zwei weitere Kategorien im Expertenstandard. „Dekubitus keiner Kategorie zuordenbar, Tiefe unbekannt“ und „Vermutete tiefe Gewebeschädigung, Tiefe unbekannt“.

Als Dekubitus wird eine lokal begrenzte Schädigung der Haut und/oder des darunter liegenden Gewebes bezeichnet. Er entsteht infolge von Druck oder Druck in Verbindung mit Schwerkräften über knöchernen Vorsprüngen. Zusätzlich spielen weitere Faktoren eine Rolle, welche tatsächlich oder mutmaßlich mit Dekubitus assoziiert sind, deren Bedeutung aber noch zu klären ist.

Definition der 2 neuen Dekubituskategorien
Kategorie/Stadium „Dekubitus keiner Kategorie zuordenbar, Tiefe unbekannt“:
Ein vollständiger Gewebeverlust, bei dem die Basis des Ulcus von Belägen (gelb, hellbraun, grau, grün oder braun) und/oder Schorf im Wundbett bedeckt ist. Bis genügend Beläge und/oder Schorf entfernt ist, um den Grund der Wund offenzulegen, kann die wirkliche Tiefe und daher die Kategorie/das Stadium, nicht festgelegt werden. Stabiler Schorf (trocken, festhaftend, intakt ohne Erythem und Flüssigkeit) an den Fersen dient als „natürlicher (biologischer) Schutz des Körper“ und sollte nicht entfernt werden. (Quelle: Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege, 2. Aktualisierung 2017″)

Kategorie/Stadium „Vermutete tiefe Gewebeschädigung, Tiefe unbekannt“:
Livid oder rötlichbrauner, lokalisierter Bereich von verfärbter, intakter Haut oder blutgefüllte Blase aufgrund einer Schädigung des darunterliegenden Weichgewebes durch Druck und/oder Scherkräfte. Diesem Bereich vorausgehen kann Gewebe, das schmerzhaft, fest, breiig, matschig, im Vergleich zu dem umliegenden Gewebe wärmer oder kälter ist. Es kann schwierig sein, tiefe Gewebeschädigungen bei Personen mit dunkler Hautfarbe zu entdecken. Bei der Entstehung kann es zu einer dünnen Blase über einem dunklen Wundbett kommen. Die Wunde kann sich weiter Verändern und von einem dünnen Schorf bedeckt sein. Auch unter optimaler Behandlung kann es zu einem rasanten Verlauf unter Freilegung weiterer Gewebeschichten kommen. (Quelle: Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege, 2. Aktualisierung 2017″)

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