Venenschwäche – eine Volkskrankheit. Viele Deutsche leiden unter krankhaften Veränderungen der Beinvenen

Venenleiden, davon sind deutlich mehr Frauen als Männer betroffen. Das liegt an den hormonellen Einflüssen und von Natur aus schwächerem Bindegewebe. Eine Venenschwäche entwickelt sich schleichend. Meistens fängt die Krankheit harmlos an und schreitet dann, auch über Jahre hinweg, gefährlich voran.

Die Venen transportieren das sauerstoffarme Blut, um es erneut mit Sauerstoff und Nährstoffen anzureichern. Die Venen pumpen das Blut, entgegengesetzt zur Schwerkraft, hoch zum Herzen. Damit das Blut nicht zurückfließen kann gibt es Ventile, die Venenklappen. Die Venenklappen verschließen sich nach dem Pumpmechanismus und  vermeiden das Versacken des Blutes in den Beinen. Bei einer Venenschwäche verschließen die Klappen nicht mehr richtig. Die Folgen sind, dass das Blut langsamer in Richtung des Herzens gepumpt wird und das sauerstoffarme Blut in den Beinen verbleibt.

Die Venen werden vom Bindegewebe der Haut gestützt. Wenn das Bindegewebe geschwächt ist, kann es die Venen nicht mehr zusammenhalten, diese leiern aus und dehnen sich aus. Die Klappen sind zu weit auseinander und können nicht mehr verschließen, das Blut wird nicht mehr am Zurückfließen gehindert.

Dadurch können verschiedene Symptome auftreten:

  • Schwere Beine, Müdigkeit, Muskelkrämpfe, Krampfadern, Besenreiser, geschwollene und schmerzhafte Beine, Spannungsgefühle, Juckreiz, Verfärbungen der Haut (rötlich oder bläulich-lila)
  • Oftmals deuten angeschwollene Knöchel am Abend, die über Nacht wieder völlig abschwellen auf Venenleiden hin.

Patienten mit einer Venenschwäche klagen vor allem abends über schwere und schmerzende Beine. Sie haben das Bedürfnis ihre Beine sofort hochzulegen. Da sich der Blutkreislauf wieder etwas normalisiert, wenn die Beinen hochgelagert sind, was zu Linderung der Symptome führt. Auf Dauer kann es zu schwerwiegenden Konsequenzen kommen. Denn die Folgen von unbehandelter Venenschwäche sind gravierend. Krampfadern (Varikosis) und Besenreisern, das sogenannte „offene Bein“ oder eine Embolie als Konsequenz einer Thrombose sind typische Folgen. Viele Patienten mit Venenschwäche leiden zudem unter Ödemen, Hautschäden und Venenentzündungen (Phlebitis).

Ein offenes Bein, oder Ulcus cruris, ist eine schlecht heilende Wunde. Häufig tritt diese Wunde am Unterschenkel oder im Bereich des Knöchels auf. Die Venenschwäche sorgt für einen Blutstau in den Beinvenen, dabei werden Blutgefäße geschädigt. Diese Blutgefäße versorgen das Gewebe mit Nährstoffen und Sauerstoff und transportieren Stoffwechselprodukte ab. Die geschädigten Blutgefäße können ihre Aufgabe nicht mehr richtig erfüllen und es kommt zu einer Mangelversorgung. Die Haut wird sehr empfindlich und unelastisch. Bei Voranschreiten der Krankheit wird die Haut immer mehr geschädigt und es kommt zu offenen Wunden. Diese Wunde kann auf Grund des mangelhaft versorgten Gewebes nicht abheilen.

Bei einer Thrombose entwickelt sich ein Blutgerinnsel (Thrombus) in einem Gefäß. Die Blutgerinnung ist eine lebenswichtige Schutzmaßnahme unseres Körpers. Bei Wunden gerinnt das Blut und durch Schorfbildung kann die Wunde abheilen. Ein Verbluten wird dadurch verhindert. Ab und zu findet die Blutgerinnung versehentlich, am falschen Ort und zur falschen Zeit, statt. Durch Blutpfropfen wird der Blutfluss gestört bis verhindert. Bleibt die Thrombose unbehandelt, so kann dies zu einer Embolie führen. Wenn Teile des Blutgerinnsels sich selbstständig machen, gelangen diese mit dem Blutstrom in engere Blutgefäße. Die Stückchen verstopfen die Adern und verhindern, dass das dahintergelegene Gewebe weiterhin versorgt werden kann. Wenn Teile des Blutgerinnsels in die Lunge gelangen, dann entsteht dadurch eine lebensgefährliche Lungenembolie. Diese wiederum kann zu Herzversagen führen. Das Herz muss dann gegen einen Widerstand im Lungenkreislauf ankämpfen. Weniger Blut wird durchgepumpt und mit Sauerstoff angereichert, was einen akuten Sauerstoffmangel zur Folge hat.

Krampfadern sind erweiterte und geschlängelte Venen. Sie sind nicht schmal und gerade, gestützt vom umliegenden Bindegewebe, wie gesunde Venen. Diese Veränderung ist sichtbar. Häufig treten diese Krampfadern an den Beinen auf. Kleinste Krampfadern sind Besenreiser. Neben den kosmetischen Aspekten können die Krampfadern zu gesundheitlichen Problemen führen.

Ein Ödem ist eine wässrige Einlagerung im Gewebe. Sichtbar sind diese als Schwellungen. Durch steigenden Druck in den Adern wird mehr Flüssigkeit in das Gewebe gedrückt.

Zur Pulsation des Blutes durch die Venen wird ein bestimmter Druck benötigt, dieser entsteht durch Kontraktion der Muskeln (bei Bewegung). Radfahren, Schwimmen, Walken und/oder Steppen bringen Stressabbau für den Körper und halten ihn in Schwung. Zudem hilft eine gesunde, vitaminreiche Ernährung das Risiko einer Venenschwäche zu minimieren bzw. dem Fortschreiten entgegen zu wirken. Auch Hautpflege ist ein Faktor, der Venenleiden beeinflussen kann, denn geschmeidige Haut ist Vorbeugung und Behandlung zugleich.

Es gibt allerdings auch Risikofaktoren, die eine Venenschwäche fördern, dazu gehören unter anderem:

  • Langes Sitzen und Stehen, Bewegungsmangel, Hormontherapien, Übergewicht, Konsum von Nikotin und Alkohol, Alter, Schwangerschaft und Veranlagung

Um Venenleiden zu diagnostizieren werden bei einem Phlebologen (Venen- und Gefäßspezialist) die Venenfunktionswerte gemessen. Dabei wird untersucht wie viel und welche Art von Blut durch die Vene gepumpt wird. Bleibt zu viel sauerstoffarmes Blut zurück, leidet man unter einer Venenschwäche. Erkennen lässt sich dies über Ton (Geschwindigkeit des durch die Vene gepumpten Blutes) und Farbe (blaues und rotes Blut). Die Untersuchung wird mit Hilfe eines Ultraschallgerätes durchgeführt.

Auch wenn man bereits unter Krampfadern und Besenreisern leidet, lässt sich etwas dagegen unternehmen. Operativ und Konservativ.

  • Venentraining
  • Medikamentöse Behandlung
  • Kompressionsstrümpfe
  • Operationen

Tiefergehende Informationen zum Thema Behandlungsmethoden von Venenleiden werden in einem weiterführenden Artikel thematisiert.

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