Gewährleistung der Betreuung von Patienten und Angehörigen und schmerzmedizinische Versorgung im letzten Lebensabschnitt

Was bedeutet palliativ?

Der Begriff palliativ kommt aus dem lateinischen und lässt sich von dem Wort „pallium“ ableiten. Pallium bedeutet Mantel und heißt im übertragenen Sinne: den Patienten ummanteln bzw. vor seinen Schmerzen schützen.

Was heißt Palliative Care?

Palliative Care ist der Oberbegriff für die Versorgung eines Patienten, der an einer unheilbaren, lebensbedrohlichen Krankheit leidet. Bei der Palliative Care geht es darum, den Betroffenen in seiner Zeit zu begleiten und zu versorgen. Zu der Palliative Care gehören die Teilbereiche der Palliativmedizin, der Palliativpflege und der Hospizarbeit. In Deutschland kennt man Palliative Care auch als Palliativversorgung.

Palliative Care Definition nach WHO (Weltgesundheitsorganisation bzw. World Health Organization)

Die Weltgesundheitsorganisation Who definierte im Jahre 2002 Palliative Care wie folgt: „…ein Ansatz zur Verbesserung der Lebensqualität von Patienten und deren Familien, die mit Problemen konfrontiert sind, die mit einer lebensbedrohlichen Erkrankung einhergehen: durch Vorbeugen und Lindern von Leiden, durch frühzeitiges Erkennen, untadelige Einschätzung und Behandlung von Schmerzen sowie anderen belastenden Beschwerden körperlicher, psychosozialer und spiritueller Art.“

Geschichte der Palliative Care

Cicley Saunders, eine englische Ärztin, wird als die Begründerin der modernen Palliativmedizin gesehen. Denn schon im Mittelalter gab es Einrichtungen, in denen lebensbedrohlich erkrankte Menschen beim Sterbeprozess begleitet und während dessen gepflegt wurden. Cicley Saunders griff diese Tradition auf und gründete das St.Christophers’s Hospice. So fand die Hospiz- und Palliativbewegung ihren Ursprung in den 70er Jahren in England. In Deutschland wurde erst im Jahre 1983 die erste Palliativstation an der Universitätsklinik Köln eröffnet. Seither ist die Anzahl an Einrichtungen, in welchen palliativ versorgt werden kann, immer weiter gestiegen und inzwischen kommt man in Deutschland auf mehr als 300 Stationen. Heute ist die Palliativmedizin ein eigenes medizinisches Fachgebiet.

Was bedeutet palliative Versorgung, wann bekomme ich eine solche Versorgung und warum?

Sobald eine Heilung bei dem Betroffenen nicht mehr möglich ist, können Sie palliativ versorgt werden. Zum Beispiel bei Tumorpatienten, bei Infektionskrankheiten wie AIDS oder bei neurologischen Erkrankungen wie ALS oder MS können Sie palliativ versorgt werden. Die Heilung steht dann nicht mehr im Vordergrund, sondern die Linderung der Symptome und die Verbesserung der Lebensqualität des Patienten, sodass der Betroffene trotz seiner Erkrankung am täglichen Leben teilhaben kann. Die Wünsche, Bedürfnisse, Ziele und der Wille des Patienten stehen bei der palliativen Versorgung im Fokus. Zum Team, welches den Patienten versorgt, gehören Ärzte, Pflegepersonal, Pflegedienste, Seelsorger, Sozialarbeiter (helfen bei Rechtsfragen), Psychologen, palliativ Begleiter und Therapeuten. Dabei wird nicht nur der Betroffene versorgt, sondern seine Angehörigen werden mitbetreut. Seit April 2007 ist die spezialisierte Palliativversorgung als individueller Leistungsanspruch im Sozialgesetzbuch zu finden.

Formen der Palliativtherapie

Es gibt verschiedene Formen der Palliativtherapie, die dem Patienten helfen können, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität ein Stück zu verbessern.

  • Schmerztherapie
  • Medikamentöse Therapie
  • Psychologische Behandlung
  • Palliativbestrahlung
  • Palliative Chemotherapie

Grundsätze der Palliativmedizin

  • Wahrheit und Offenheit: Damit der Patient Entscheidungen, die sein Leben betreffen, entscheiden kann, hat er einen Anspruch auf wahre Informationen über seinen Zustand
  • Orientierung: Man lässt den Patienten nicht allein, sondern steht ihm so zur Seite, sodass der Patient Entscheidungen treffen kann.
  • Autonomie: Nur der Patient fällt Entscheidungen darüber, die sein Leben betreffen.
  • Patientenwille: Entweder kann der Patient selbst entscheiden, oder seinen Willen anhand einer Patientenverfügung festlegen.
  • Kausal behandeln: Wenn es für den Patienten zumutbar ist, gilt es eine Behandlung der ursächlichen Beschwerden anzustreben.
  • Benefizienz/Non-Malefizienz: Jede Maßnahme muss hinsichtlich des Patienten geprüft werden. Sodass die jeweilige Maßnahme dem Patienten einen wirklichen Nutzen bringt und nicht zu einer Verstärkung des Leidens führt.
  • Low tech, high touch: Es reicht nicht, wenn die Symptome des Patienten gelindert sind, auch die zwischenmenschliche Nähe ist wichtig.

Wo können Sie eine palliative Versorgung erhalten?

Wenn Sie keine Chance auf eine Heilung haben, können Sie sich zu Hause von einem Pflegedienst, von SAPV Dienste (spezialisierte ambulante Palliativversorgung), in einem Sterbehospiz oder auf einer Palliativstation in einem Krankenhaus betreuen lassen.

Palliativ – wer zahlt die Kosten?

Wenn Sie an einer unheilbaren Krankheit leiden, eine kurative Behandlung nicht mehr möglich ist und somit eine palliative Versorgung notwendig wird, übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten für die Versorgung. Wenn Sie darauf bestehen, sich zu Hause betreuen zu lassen, ist eine Verordnung Ihres Arztes notwendig. Diese Verordnung bekommt dann Ihr Pflegedienst.

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