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Impfdurchbrüche machen derzeit vielen Menschen Sorgen – wir klären kurz und prägnant die drängendsten Fragen!

Es ist Herbst und wie zu erwarten war, ziehen die Coronazahlen wieder an! Im Unterschied zum Herbst und Winter letzten Jahres lässt sich aber immerhin ein Erfolg verbuchen, der mehr Sicherheit und die Aussicht auf Corona-Maßnahmen in geringerem Umfang verspricht: Die Impfquote ist vielleicht noch nicht da angelangt, wo sie für die vielzitierte „Herdenimmunität“ sein sollte, aber immerhin sind große Teile der Risikogruppen sowie eine Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland vollständig geimpft (in der KW 41 liegt Deutschland laut RKI bei ca. 69 Prozent der Bevölkerung mit Erstimpfung, ca. 66 Prozent genießen bereits vollständigem Impfschutz).
Allerdings sorgen die gestiegenen Fallzahlen sowie die erhöhte Zahl an Intensivpatienten und an bzw. mit dem Coronavirus Verstorbenen jetzt auch unter Geimpften wieder für Unsicherheit. Denn auch immer mehr Geimpfte erkranken oder versterben – man spricht von „Impfdurchbrüchen“. Aber was versteht man eigentlich darunter? Wie häufig kommt es zu Impfdurchbrüchen im Zusammenhang mit Corona? Und wie sollten sich erkrankte Geimpfte verhalten? Wir möchten im Folgenden einmal einen Blick auf diese und andere Fragen werfen.

Was ist ein Impfdurchbruch?

Das ist – wie so oft – Definitionssache. Laut RKI liegt ein Impfdurchbruch vor, wenn bei einer vollständig geimpften Person eine PCR-bestätigte SARS-CoV-2 Infektion mit Symptomatik festgestellt wird – das bedeutet, jemand, der vollständigen Impfschutz besitzt (in der Regel 14 Tage nach der letzten erforderlichen Impfdosis), entwickelt dennoch Symptome. Dagegen sind asymptotische Krankheitsverläufe bei vollständig geimpften Personen – der Erkrankte ist zwar laut PCR-Test positiv, entwickelt aber keine Symptome – nicht als Impfdurchbrüche zu betrachten. Das RKI dokumentiert Impfdurchbrüche in seinem wöchentlichen Situationsbericht.

Warum kommt es mit steigender Impfquote zu mehr Impfdurchbrüchen?

Das ist eigentlich logisch und leicht mit Wahrscheinlichkeitsrechnung zu beantworten: Je mehr Menschen geimpft sind, desto mehr Impfdurchbrüche werden auch statistisch gesehen auftreten.
Man bedenke: Die Wirksamkeit der Impfstoffe ist zwar sehr gut, beträgt aber nicht 100 % (einen vollständigen Schutz gibt es leider nie, dies trifft auch auf alle anderen Impfstoffe zu), weshalb nicht alle Infektionen verhindert werden können. Studien zeigen, dass die vollständige Impfung den Schutz vor einer COVID-Erkrankung zwar in der großen Mehrheit der Fälle erhöht und einen schweren Verlauf verhindert, eine Infektion aber eben dennoch grundsätzlich möglich ist.
Zudem wird mit steigender Impfquote auch die Wahrscheinlichkeit steigen, dass im geimpften Bevölkerungsteil Infizierte auftreten.

Letztlich ist die Zahl der Impfdurchbrüche auch von der Anzahl aktiver Coronafälle abhängig: Würde der Erreger gar nicht zirkulieren, würden auch keine Durchbrüche auftreten; mit steigenden Infektionszahlen steigt eben auch die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Dabei muss festgehalten werden: Impfdurchbrüche sind selten. Zum Datum der Veröffentlichung dieses Artikels sind dem RKI seit 1. Februar 2021 95.487 Fälle bei etwa 55 Millionen Impfungen bekannt. Ungeimpfte infizierten sich deutlich öfter.

Geimpft und doch Symptome – was tun?

Wenn man Symptome einer Coronaerkrankung entwickelt, obwohl vollständiger Impfschutz besteht, gilt es zunächst herauszufinden, ob man sich tatsächlich mit COVID-19 angesteckt hat. Viele werden natürlich zunächst den Weg über den Antigenschnelltest gehen, um festzustellen, ob sie sich wirklich mit Corona infiziert haben. Jedoch sollte man sich bei positivem Schnelltest immer über einen PCR-Test absichern und sich bis zur Verkündung der Ergebnisse in häusliche Quarantäne begeben. Wird das Positivergebnis bestätigt, sind die üblichen 14 Tage Quarantäne einzuhalten. Wichtig ist, bei positivem Test nicht in Panik zu geraten! Vollständig Geimpfte sind in der Regel sehr gut geschützt vor einem schweren Verlauf – Vorerkrankungen können hier aber, wie bei Ungeimpften auch, Risikofaktoren darstellen.

Fakt ist jedenfalls: Nur vollständiger Impfschutz garantiert guten Schutz, wobei das RKI nochmals betont, dass alle derzeit in Deutschland zur Verfügung stehenden Impfstoffe wirksam vor einer schweren Erkrankung schützen. Es wird daher weiterhin dringend empfohlen, das Impfangebot gegen COVID-19 wahrzunehmen – dazu zählt auch die Auffrischungsimpfung für die durch die STIKO definierten Personengruppen. Dennoch sei nochmals betont, dass die Einhaltung der AHA-Regeln weiterhin ein wichtiger Aspekt des fortwährenden Infektionsschutzes ist. Wir alle sollten nicht die Zügel schleifen lassen und auch für Geimpfte gilt, dass sie sich nicht leichtsinnig durch Missachtung von Schutzmaßnahmen in Gefahr begeben sollten. Die Impfung ist unsere beste und wichtigste Waffe im Kampf gegen das Virus, allerdings können wir auch hier keine Wunder erwarten. Durchhalten und wachsam bleiben heißt daher auch weiterhin die Devise!

Weitere Infos auf der Homepage des RKI.

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