Eine Gefäßerkrankung

Bei der Erkrankung Bluthochdruck ist der Druck, den das Blut beim Pumpen durch den Herzschlag auf die Gefäße ausübt, zu hoch. Bluthochdruck zählt zu den Volkskrankheiten, denn schätzungsweise leiden 50% aller Europäer darunter. Wobei viele gar nicht wissen, dass ihr Blutdruck zu hoch ist und daher die Dunkelziffer den Wert von 50% noch anheben wird. In Fachkreisen wird von „Hypertonie“ gesprochen. Bluthochdruck kann sich auf jedes Körpersystem beziehen.

Im Blutkreislauf gelangt das Blut durch Venen zum Herzen hin und durch Arterien wieder vom Herzen weg. Dabei pumpt das Herz das Blut durch die Gefäße. Dieser Pumpmechanismus übt einen bestimmten Druck aus, damit das Blut auch überall hinfließen kann. Es gibt zwei hintereinander geschaltete Kreisläufe, den großen Körperkreislauf und den kleinen Lungenkreislauf.
Im Lungenkreislauf wird das sauerstoffarme Blut mit Sauerstoff angereichert und weitergegeben. Der Blutkreislauf im Allgemeinen sorgt dafür, dass alle Körperzellen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und Stoffwechselprodukte abtransportiert werden. Zudem sorgt der Kreislauf für die Wärmeverteilung.

Blutdruck hat zwei Formen:
  1. Als systolischer Blutdruck (Pumpphase) wird der Druck bezeichnet, der bei dem Zusammenziehen des Herzens entsteht. Das Blut wird in die Hauptschlagader geleitet. Dabei entsteht eine Druckwelle, die sich weit durch den Körper ausbreitet.
  2. Als diastolischer Blutdruck (Blutfüllung ) wird der Druck bezeichnet, der bei dem Ausdehnen des Herzens entsteht. Das Herz füllt sich wieder mit Blut, dabei bleibt der Druck weitgehend bestehend, nimmt aber etwas ab.

Generell gilt, der diastolische Druck („unterer Wert“) ist niedriger als der systolische Druck („oberer Wert“). Der Blutdruck wird in mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) angegeben. Ideal ist ein Blutdruck von einem gesunden, jungen, erwachsen Menschen um die 120 zu 80 mmHg. Anderweitig wird der Blutdruck wie folgt klassifiziert:

Blutdruck Normalwerte: systolisch 120-129 und diastolisch 80-84 mmHg.
  • Hoch-Normal: systolisch 130-139 und diastolisch 85-89 mmHg.
  • Grad I Hypertonie: systolisch 140-159 und diastolisch 90-99 mmHg.
  • Hypertonie Grad II: systolisch 160-179 und diastolisch 100-109 mmHg.
  • Grad III Hypertonie: systolisch <180 und diastolisch <110 mmHg.
  • isolierte systolische Hypertonie: systolisch <140 und diastolisch >90 mmHg.

Der Blutdruck ist nicht immer gleichbleibend, sondern unterliegt je nach Aktivität Schwankungen. Bei körperlicher Belastung oder wenn man aufgeregt ist, steigt der Blutdruck generell an (Herzklopfen) und wenn wir entspannen oder schlafen, sinkt der Blutdruck wieder. Unser Körper passt sich den verschiedenen Situationen an und variiert die Durchblutung durch Herzleistung, sowie Weit- oder Engstellung der Gefäße.

Solange sich der Blutdruck immer wieder auf einen Normalwert einpendelt, bedarf es keiner weiteren ärztlichen Untersuchung. Erst ein Blutdruck, der konstant über einen längeren Zeitraum zu hoch ist, ab einem Wert von systolisch 140 zu 159 mmHg, ist ein Anzeichen für eine Gefäßerkrankung. Die anschließende Behandlung und Vergabe von Medikamenten ist Einzelfallabhängig und bedarf einer ärztlichen Abklärung.

Primäre und sekundäre Hypertonie

Bluthochdruck kann auf zwei Arten auftreten. Die primäre Hypertonie (unter der circa 90% der Betroffenen leiden) tritt ohne nachvollziehbare Grunderkrankung auf. Die sekundäre Hypertonie geht im Gegensatz dazu auf eine Erkrankung zurück. 10% der Betroffenen leiden unter Bluthochdruck auf Grund von Nierenerkrankung, Schilddrüsenfehlfunktion oder anderen Stoffwechselerkrankungen. Meistens ist die Gefäßerkrankung daher auf keinen eindeutigen Grund zurückführbar. Aber es gibt einige Faktoren, die das Auftreten verstärken können. Dazu zählen u.a.:

  • Familiäre Anlagen
  • Vorerkrankungen: Diabetes Typ II
  • Hohe Blutfettwerte
  • Übergewicht
  • Fehlende Bewegung
  • Salzhaltige und kaliumarme Ernährung
  • Alkohol und Nikotin
  • Alter (Männer ab 55 Jahren und Frauen ab 65 Jahren)
  • Stress

Es gibt keine konkreten Anzeichen für einen zu hohen Blutdruck, daher wird er von den meisten Betroffenen erst spät entdeckt und gilt als stille Gefahr. Lediglich einige Symptome könnten auf einen zu hohen Blutdruck hindeuten: Schwindel, Schwäche, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Nasenbluten, Kurzatmigkeit, Übelkeit, Sehstörungen und Nervosität.

Wenn der Blutdruck früh erkannt wird, können rechtzeitig Gegenmaßnahmen und eine Therapie angewendet werden, um Folgeschäden zu vermeiden bzw. zu reduzieren. Folgen können in schlimmen Fällen Herzinfarkte und/oder Schlafanfälle sein.

Frühzeitig kann Bluthochdruck recht gut zu behandelt werden und ist kontrollierbar. Je nach Patient reicht eine Lebensstil-Veränderung (weniger Alkohol, weniger Salz, mehr Kalium und mehr Bewegung), bei anderen schlägt der Lebenswandel nicht an und es müssen Medikamente verschrieben werden. Hierbei wird auf Diuretika, ACE-Hemmer, AT-1-Rezeptor-Antagonisten oder Reserve-Substanzen zurückgegriffen. Diese können einzeln oder in Kombination verabreicht werden. Zudem gibt es neuartige Verfahren, wie die Katheterverfahren.

Blutdruckmessung

Generell gehört zu der Therapie, seinen Blutdruck kontinuierlich zu messen und nachvollziehen zu können, also schriftlich festzuhalten. Dazu gibt es bestimmte Blutdruckmessgeräte für den Oberarm oder auch für das Handgelenk.

Bei der Blutdruckmessung sind einige Regeln zu beachten:
Bestenfalls misst man seinen Blutdruck in ruhiger Position im Sitzen, dabei sollte man nach dem Hinsetzen 2-3 Minuten abwarten. Um einheitliche und vergleichbare Werte zu erhalten, sollte zu einer bestimmten Tageszeit (jeden Tag ungefähr zur selben Zeit) gemessen werden. Einige haben von Grund auf einen Druckunterschied zwischen dem rechten und linken Arm, meist so um die 10 mmHg. Falls dies der Fall ist, sollte immer am Arm mit dem höheren Wert gemessen werden.

Die Manschette sollte fest und richtig positioniert am Arm anliegen. Richtig positioniert ist die Manschette etwa 2-3cm oberhalb der Ellenbeuge, ungefähr auf Herzhöhe. Bei der Handgelenksmessung muss der Arm eigenständig auf der richtigen Höhe gehalten werden.
Welche Methode zur Blutdruckmessung eingesetzt wird, ist frei wählbar. Es sollte neben der Eigenkontrolle eine regelmäßige Untersuchung beim Arzt geben, denn die ärztlich/fachlich gemessenen Werte sind meist eindeutiger als der selbstverfasste Verlauf der Messungen von Zuhause. Es ist sinnvoll neben der Dokumentation der Werte ein Tagebuch zu führen. So können die Werte auch Situationen zugewiesen werden und beim Arztbesuch nachvollzogen werden.

Sie können durch eine gesunde Ernährung und Bewegung den Blutdruck beeinflussen. Auch der Faktor Stress ist in diesem Bezug relevant. Versuchen Sie Stressfaktoren ausfindig zu machen und suchen Sie Lösungen für die Auslöser des Stresses.

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