Jeder kennt wohl mindestens einen Gesundheitsmythos: Alltagsweisheiten wie “Zucker macht hyperaktiv” oder “Von dunkler Schokolade wird man nicht so schnell dick” hat sicherlich der eine oder andere schon einmal gehört. Wie viel Wahrheit aber wirklich hinter den einzelnen Mythen steckt, klären wir heute für Sie.

Hier sind unsere 8 Gesundheitsmythen:

Gesundheitsmythos 1: Abends Essen macht dick (Stimmt nicht!)

Kurze Antwort: Nein. Was zählt, ist die Gesamtzahl an Kalorien, die man über den Tag verteilt zu sich nimmt. Überschreitet man seinen persönlichen Bedarf, nimmt man zu. Wann man Nahrung zu sich nimmt, ist dabei zunächst einmal irrelevant. Eine Studie, die belegt, dass spätes Abendessen zum Dickwerden beiträgt, gibt es nicht. Gewohnheiten spielen hier auch für den Körper eine große Rolle: Darmbakterien und Verdauungssystem passen sich dem jeweiligen Tagesrhythmus an – egal ob Lerche (Frühesser) oder Eule (Spätesser)!

Gesundheitsmythos 2: Wechselduschen stärken das Immunsystem (Stimmt!)

Ein effizientes Training für unser Immunsystem findet unter der Dusche statt! Denn es stimmt: Wechselduschen können das Immunsystem stärken – die Temperaturunterschiede kurbeln den Stoffwechsel an und sind zudem gut für die Durchblutung! Durch kaltes Wasser ziehen sich die Blutgefäße zusammen, warmes Wasser weitet sie wieder. Das ist ein tolles Training für unsere Gefäßwände: Sauerstoff und Nährstoffe gelangen vermehrt in die Zellen und Krankheitserreger werden besser durch unsere Schleimhäute abgewehrt. Gerade zur Erkältungszeit können Wechselduschen also Infektionen vorbeugen.

Gesundheitsmythos 3: Fingerknacken verursacht Gelenkbeschwerden und Rheuma (Stimmt nicht!)

Bevor ein Filmheld mit der Kneipenschlägerei loslegt, lässt er erstmal die Finger knacken – und das ganze Kino verzieht das Gesicht. Weiß er denn nicht, dass er mit seiner Knackerei Gelenkbeschwerden und Rheuma zu sich einlädt? Aber kehren wir in die Realität zurück: Das ständige Knacken und Ploppen mit Fingern und anderen Körperteilen, das manche Menschen gewohnheitsmäßig zelebrieren, um Verspannungen und Blockaden in Gelenken zu lösen, kann ja nicht gesund sein, oder? Falsch gedacht: Wenn es nach führenden Orthopäden geht, ist das Ploppen mit den Gelenken ungefährlich. Es gibt keine belegbaren Hinweise darauf, dass dadurch eine Schädigung von Finger- oder anderweitigen Gelenken begünstigt werden kann. Wir sagen: Fröhliches Weiterknacken!

Gesundheitsmythos 4: Dunkle Schokolade ist besser für die Figur (Stimmt nicht!)

Mythos Nummer 4 führt uns in (weniger) süße Versuchung: Zartbitterschokolade schmeckt nicht so süß wie ihre helleren Verwandten und gilt sogar als gesünder. Aber ist sie auch tatsächlich kalorienärmer und figurschonender? Im Vergleich zur etwas sahnigeren Milchschokolade enthält dunkle Schokolade in der Tat weniger Zucker. Allerdings kann es, je nach Sorte, vorkommen, dass ihr Energiewert höher ausfällt. Dies liegt an einen höheren Anteil an fetthaltiger Kakaomasse, die ein guter Energieträger ist. Daher sollten Sie auch dunkle Schokolade nur in Maßen genießen – ohnehin hält sie länger satt und Sie haben unterm Strich mehr von ihr.

Gesundheitsmythen

Gesundheitsmythos 5: Wunden heilen besser an der Luft (Stimmt nicht!)

Bei Verletzungen ein wenig Luft an die Wunde lassen? Na ja, feststeht, dass nicht jede Wunde unbedingt verbunden werden muss. Oberflächliche Hautabschürfungen heilen tatsächlich auch gut an frischer Luft ab, das wissen wir alle. Bei allen schwereren Verletzungen gilt allerdings: Unbedingt verbinden! Schorf kann den Heilungsprozess behindern. Und gerade wenn Gefahr besteht, dass eine Wunde schnell verunreinigt wird, ist ein Verband (oder zmd. ein Pflaster) unverzichtbar. Im Idealfall nutzen Sie Wundauflagen ohne großen Aufsaugeffekt: So bleibt die Wunde länger feucht, Wundsekret kann fließen und verschiedene Antikörper und Enzyme gelangen in die betroffenen verletzten Bereiche. So kann sich neues Gewebe ungestört bilden.

Gesundheitsmythos 6: Ein Schnaps nach dem Essen fördert die Verdauung (Stimmt nicht!)

Nach einem fettigen Essen gibt’s nichts Besseres als einen schönen Verdauungsschnaps. Kommt Ihnen das bekannt vor? Klar, fast jeder hat schon mal ein Schnäpschen zur Brust genommen, um Völlegefühlen entgegenzuwirken. In vielen Regionen ist der Digestif fest etablierter Bestandteil der Essens- und Genusskultur. Aber was sagt die Wissenschaft dazu? Das Urteil fällt klar aus: Studien besagen, dass Schnaps nach dem Essen sogar eine gegenteilige Wirkung haben kann. Wein, Schnaps und andere Alkoholika können die Magenentleerung verlangsamen und haben allenfalls einen temporären entspannenden Effekt. Also: Wieder ein Mythos widerlegt. Darauf einen Schnaps?!

Gesundheitsmythos 7: Wer sich ekelt, bekommt Herpes (Stimmt!)

“Bei sowas krieg ich Herpes!” – wenn Sie sich in diesem Ausruf wiederfinden, kennen Sie sicherlich auch unseren Gesundheitsmythos Nummer 7. Aber wie viel Wahrheit wohnt ihm inne? Fakt ist: 98 Prozent der Bevölkerung tragen das Herpesvirus ohnehin bereits in sich – allerdings in inaktivem Zustand. Starke Reize wie Stress, Angst oder eben Ekel können bei geschwächtem Immunsystem allerdings dazu führen, dass das Virus aktiv wird. Man kann also davon sprechen, dass großer Ekel tatsächlich Herpes auslöst!

Gesundheitsmythos 8: Zucker macht hyperaktiv (Stimmt nicht!)

Wer seinem Kind zu viel Schokolade gibt, muss sich nicht wundern, wenn es danach stundenlang wie ein wildgewordener Flummi durch die Wohnung springt – ebenso hinlänglich bekannt wie wahr. Oder etwa nicht? Zahlreiche Studien haben inzwischen gezeigt, dass es zwischen Hyperaktivität und übermäßigem Konsum von Zucker keinerlei Zusammenhang gibt. Schlechte Nachrichten für Naschkatzen: Zuckerbedingte Gesundheitsprobleme wie Übergewicht und schlechte Zähne konnten die Studien leider nicht widerlegen.

Sie sehen: Der größte Teil der hier behandelten Mythen ist unwahr und gehört in den Bereich der Folklore. Andere dagegen haben tatsächlich einen wahren Kern und geben hilfreiche Tipps für den Alltag. Wir hoffen, wir konnten etwas zur Aufklärung beitragen. So oder so: Bleiben Sie gesund!

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