Mamma CA – eine von neun Frauen erkrankt im Laufe ihres Lebens

Auch Mammakarzinom genannt, zusammengesetzt aus den beiden lateinischen Worten Mamma (lat. für Brust) und Carcinoma (lat. für Krebs(-geschwür)).
Mit rund 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland.  Brustkrebs ist nicht geschlechtsspezifisch, auch Männer können erkranken. Allerdings ist lediglich jeder 100. Patient männlich. Häufig tritt die Krankheit zwischen dem 45 und 65 Lebensjahr auf. 50% sind zum Zeitpunkt der Diagnose unter 65, jede Zehnte unter 45.

Früher war Brustkrebs noch ein Tabuthema, aber spätestens nach prominenten Betroffenen, wie Model und Moderatorin Sylvie Meiss, Sängerin und Schauspielerin Kylie Minogue oder der Sängerin Anastacia, ist Brustkrebs ein medienwirksames und öffentlichkeitstaugliches Thema geworden.

Durch stetig neu entwickelte Behandlungs- und Diagnosemethoden ist Brustkrebs nicht mehr die bedrohlichste Krebserkrankung bei Frauen, die relative 5–Jahres Überlebensrate ist auf 87% gestiegen. Bedrohlicher ist, wie bei Männern, Lungenkrebs. Zu den weiterentwickelten Diagnosemethoden gehört ein Früherkennungsprogramm von 2005, bei dem alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren kostenlos an einem Mammographie Screening teilnehmen können. Dazu erhalten sie alle 2 Jahre eine Einladung. Denn je früher Brustkrebs erkannt wird, desto aussichtsreicher ist die Therapie.

Jeder Brustkrebsfall erfordert unterschiedliche Maßnahmen. Faktoren wie Alter der Patientin, Tumorgröße, biologische Beschaffenheit des Krebs, Lymphbefall, Begleiterscheinungen und persönliche Risikofaktoren gestalten jeden Fall individuell.

Die Ursache für Brustkrebs ist nicht eindeutig geklärt. Risikofaktoren, wie hormonelle Einflüsse, genetische Erbanlagen, Alter, Lebensstil, Genmutationen, sowie das familiäre Brustkrebsrisiko können das Auftreten beeinflussen. Auch Generationsverhalten, das Einsetzen der Menstruation und Menopause, Schwangerschaften und Stillzeiten haben einen gewissen Einfluss. Denn das Brustgewebe unterliegt einem hormonellem Einfluss von den Geschlechtshormonen Östrogen und Progesteron. Zudem begünstigt ein ungesunder Lebensstil, Konsum von Alkohol, Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Giftstoffe, Chemikalien und Röntgenstrahlen das Krebsrisiko.

Brustkrebs entwickelt sich meist über mehrere Jahre. Eventuelle Anzeichen können

  • Knoten im Gewebe,
  • Grübchen und Rötungen der Haut im Brustbereich,
  • einseitige Vergrößerung der Brust,
  • eingezogene Brustwarzen,
  • Flüssigkeitsabsonderungen der Brustwarze,
  • Schwellungen,
  • Verhärtungen,
  • und Schmerzen

sein. Diese Anzeichen sind keine eindeutigen Bestimmungsmerkmale für Brustkrebs. Falls Veränderungen an der Brust auftreten, sollten diese immer mit einem Arzt abgeklärt werden.

Eine Vielzahl von Diagnosen liegt Zufallsbefunden zu Grunde.
Häufig ertasten Frauen Veränderungen bei einer Selbstuntersuchung der Brust. Diese Selbstuntersuchung wird jeder Frau empfohlen, um ein Gefühl für die Beschaffenheit der eigenen Brust zu erhalten und eventuelle Veränderungen schnell zu bemerken. Dabei wird die Brust aus verschiedenen Richtungen und in unterschiedlichen Positionen (liegend oder stehend) auf Knoten und Verhärtungen mit den Fingern abgetastet. 80% der Veränderungen stellen sich nach Untersuchungen als gutartig heraus.

Krebs entsteht bei der Veränderung von Genen, durch Störung des Ablaufs von Zellteilung, -wachstum und –Tod. Einige dieser Veränderungen können sich zu einem Tumor entwickeln. Bei einem Tumor verändert sich das Gewebe, in dem Fall Drüsengewebe der Brust. Bei bösartigen Tumoren wachsen die einzelnen Tumorzellen zerstörerisch in umliegendes Gewebe. Dadurch entstehen Geschwüre, welche dann als Knoten tastbar sind. Falls diese bösen Zellen durch die Lymph- oder Blutbahn zu anderen Organen gelangen, können sich Tochtergeschwüre, Metastasen genannt, bilden.

Falls ein bösartiger Tumor ausgemacht wird, veranlasst der behandelnde Arzt weitere Schritte.
Nach dem Abtasten wird ein MRT/Ultraschall/Screening oder Ähnliches durchgeführt, um Veränderungen im Gewebe zu erkennen. Daraufhin wird ein Teil des Knotens in einer Biopsie entnommen, um diesen zu untersuchen. Nach der Untersuchung des Befundes, wird der Tumor meist operativ entfernt. Eventuell muss auf Grund des Krebsbefalls eine Amputation der Brust vorgenommen werden. Diese kann in einem späteren Eingriff dann rekonstruiert  werden, entweder mit eigenem Gewebe oder mit Hilfe eines Implantates. Weitere Aspekte der Therapie wären eine Strahlentherapie, eine Anti-Hormontherapie, eine Chemotherapie oder zielgerichtete Therapien, wie einer Behandlung mit Anti-Körpern.

Bei einer erblichen Veranlagung sind bestimmte Gene in der vererbten DNA defekt. Dieser Gendefekt betrifft häufig die Gene BRCA I und BRCA II (BRCA=Abkürzung für engl. Breast Cancer). Diese sind bei etwa 5% aller Fälle die ausschlaggebende Ursache. Die Genmutation wird an die Nachkommen weitergegeben, in dem Fall spricht man vom familiären Brustkrebs. Auch das Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken, steigt mit Mutationen dieser beiden Gene. Sowohl Mutter als auch Vater können Überträger der Genmutation sein. Familien, die davon betroffen sind, werden als „Hochrisikofamilien“ bezeichnet. Allerdings bedeutet eine Genveränderung von BRCA I und BRCA II noch keine sichere Diagnose, man muss nicht an Krebs erkranken und selbst wenn die Familie den Gendefekt hat, muss man nicht unbedingt selbst Träger des Defektes sein.

Das Deutsche Konsortium für Familiären Brust- und Eierstockkrebs hat bestimmte Einflusskriterien formuliert, die je nach Stand der Ergebnisse aus laufenden Forschungen anpasst werden, um zu ermitteln, ob jemand aus einer Hochrisikofamilie stammt:

  • drei Frauen mit Brustkrebs, unabhängig vom Alter
  • zwei Frauen mit Brustkrebs, davon eine Erkrankung vor dem 51. Lebensjahr
  • eine Frau mit Brustkrebs und eine Frau mit Eierstockkrebs
  • zwei Frauen mit Eierstockkrebs
  • ein Mann mit Brustkrebs
  • eine Frau mit Eierstockkrebs und ein Mann mit Brustkrebs
  • eine Frau mit Brustkrebs vor dem 36. Geburtstag
  • eine Frau mit beidseitigem Brustkrebs, wobei die Ersterkrankung vor dem 51. Geburtstag war
  • eine Frau mit Brust- und Eierstockkrebs (einem Mann mit Brustkrebs: Dieses Kriterium ist unsicher und wird im Rahmen von Studien weiter untersucht) [1]

Wenn eine der Konstellationen zutrifft, kann ein Gentest sinnvoll sein. Dabei wird Blut durch eine DNA-Analyse untersucht. Zudem sollte eine gynäkologische und genetische Beratung stattfinden, bei der ein Stammbaum angefertigt wird, dem die Tumorerkrankungen und das jeweilige Erkrankungsalter zu Grunde liegen. Fällt das Ergebnis positiv aus, bedeutet dies ein erhöhtes Risiko an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken. Ist das Gen BRCA I verändert erkranken etwa 60-80 von 100 Personen an Brustkrebs, bei dem Gen BRCA II zwischen 45 und 80 von 100 Personen.

Im Anschluss und nach dem Ergebnis können bestimmte Vorbeugemaßnahmen getroffen und in Anspruch genommen werden. Sowohl für einen selbst, als auch für direkte Verwandte, die ebenfalls Träger des defekten Gens sind. Ein Prominentes Beispiel wäre Angelina Jolie, die sich auf Grund eines hohen Risikos und sehr großer Wahrscheinlichkeit an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken beide Brüste vorbeugend amputieren, sowie die Eierstöcke und die Eileiter entfernen ließ. Ihr Mutter, Marcheline Bertrand, starb mit 56 Jahren an Folgen eines Tumors und Angelina Jolie ist Trägerin des defekten BRCA I Gens.

Wichtig in jedem Fall ist eine gute Vorsorge:

  • ab dem 30. Lebensjahr haben Frauen ein Anrecht auf eine jährliche Brustuntersuchung durch einen Frauenarzt. Bei der Untersuchung wird zudem auf die Selbstuntersuchung hingewiesen und dazu angeleitet.
  • Zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr werden Frauen alle zwei Jahre zur Mammographie eingeladen und können dadurch kostenlos das Früherkennungsprogramm durch Screening nutzen.

Und nach der Erkrankung und abgeschlossener Therapie die Nachsorge:

  • Sicherstellen, dass ein Rückfall frühzeitig erkannt wird
  • Betreuung und Begleitung
  • Nebenwirkungen erkennen und behandeln
  • Psychosoziale Unterstützung und Beratung
  • Kann vom behandelnden Frauenarzt, einem Internisten spezialisiert auf Krebsbehandlung oder dem Allgemeinmediziner in Zusammenarbeit mit spezialisierten Fachärzten koordiniert und durchgeführt werden
  • Zudem gibt es auch die Möglichkeit bestimmte Klinikambulanzen- und Zentren zu besuchen.

[1] Quelle: http://www.brca-netzwerk.de/risikofaktoren-brustkrebs.html

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