Kompression Wunde

Der Kompressionsverband

Kompressionsverbände sind elastische Stoffbinden, die den Rückstrom von Blut aus den Beinvenen zum Herzen unterstützen und die Aufnahme von Gewebeflüssigkeit in die Lymphgefäße fördern. Für die Behandlung von Lymphödemen besteht der Verband aus mehreren Lagen – in der Regel aus bis zu fünf. Zweilagige Kompressionsbinden kommen häufig bei der Wundbehandlung zum Einsatz. Auch gibt es unterschiedliche Wickeltechniken: nach Pütter (eine gegenläufige Verbandtechnik, vom Fuß zum Knie), nach Fischer (spiralförmige Bindung) sowie den Kornährenverband (achtenförmige Bindung).

Grundsätzlich ist für fast jede Körperstelle, an der ein Kompressionsverband benötigt wird, die Anfertigung eines solchen möglich. Kompressionsverbände werden nach Maß angefertigt, damit sie perfekt sitzen.

Bei Patienten mit den sog. „offenen Beinen“ (med. Ulcus cruris) können Kompressionsstrümpfe den Heilungsprozess beschleunigen. Dabei trägt ein hoher Druck dazu bei, die Fließgeschwindigkeit des Blutes zu steigern.
In der Praxis muss mit allen an der Wundversorgung beteiligten Partnern abgeklärt werden, ob und wie eine Kompressionsversorgung durchgeführt werden kann.

Kompression bei einer Wunde

Die Alternative zum Wickelverband

Jeder, der schon mal einen Wickelverband angelegt hat oder einen solchen täglich tragen muss, weiß, dass dies bisweilen nicht ganz einfach ist. Um eine medizinische Wirkung zu erzielen, muss der Kompressionsverband

schließlich mit dem benötigten Druck angelegt werden. Dies ist für den Patienten und selbst für medizinisches Fachpersonal in der Regel nicht überprüfbar und wirkt sich negativ

bei den meisten Ödem-Patienten aus, die mit einem kurzzugigen Kompressionsverband versorgt werden müssen.

Als leitliniengerechte Alternative zum Wickelverband haben sich sogenannte adaptive Kompressionsbandagen wie circaid juxatacures von medi bewährt. Dies sind Bandagen, die von unseren Fachmitarbeitern individuell auf die notwendige Kompression zugeschnitten werden. Zum Anlegen wird nicht mehr gewickelt.

Stattdessen schließt man die Kompression per Klettverschluss. Anhand einer Prüfkarte kann man genau erkennen, ob der notwendige Druck erreicht ist und ggfs. nachjustieren.

Der Patient hat folgende Vorteile:

  • Die Kompression kann einfach vom Pflegedienst oder vom Patienten angelegt werden
  • Der Druck ist kontrolliert und exakt
  • Die Bandagen sind dünner als ein Wickelverband und daher angenehmer zu tragen
  • Ein schlankes Design am Knöchel ermöglicht das Tragen der normalen Schuhe/Hausschuhe
  • Die Bandagen rutschen nicht
  • Zum Baden oder Duschen kann man die Bandagen einfach entfernen

Nach dem Abheilen der Wunde sollte dann eine Versorgung mit Kompressionsstrümpfen stattfinden.

„Aufgrund all dieser Vorteile sowie der ausgewiesenen Wirtschaftlichkeit (siehe unten) wurde circaid juxtacures als “Most Innovative Product in Wound Care” von der WUWHS (World Union of Wound Healing Societies, internationale Dachgesellschaft der nationalen Wundfachverbände) ausgezeichnet.“
(Quelle: www.medi.de)

Sie sind im Gesundheitswesen (stationäre Einrichtungen, Pflegedienste) tätig und kennen das Produkt noch nicht?

Gern informieren wir Sie unter: lymphteam@tingelhoff.de

FAQ

  • Kompressionsstrümpfe trotz Wunde?

    Für viele Patienten mit chronischen Wunden mit Ödemen ist die Kompressionstherapie eine Basisbehandlung. Gleiches gilt für so gut wie alle Patienten mit Ulcus cruris venosum – die ursächliche Störung des venösen Abstroms wird durch die Kompressionsbehandlung physiologisch unterstützt. Ödeme werden reduziert und die Hämodynamik verbessert.

  • Was ist Ulcus cruris und wie entsteht es?

    Ulcus curis ist im Volksmund wohl besser als „offenes Bein“ bekannt und wird auch einfach „Ulkus“ genannt. Es handelt sich dabei um eine chronische Wunde am Unterschenkel, die schlecht oder gar nicht abheilt und häufig nässt. Häufigste Ursache für diese Erkrankung sind venöse Durchblutungsstörungen (etwa 50-70 Prozent; auch in Verbindung mit Diabetes mellitus und Rauchen), aber auch arterielle Durchblutungsstörungen oder gar eine Mischung aus beidem kann zu einem Ulkus führen.

    Anfängliche Symptome einer venösen Erkrankung sind oft schwere oder müde Beine, bräunliche Verfärbungen der Haut am Unterschenkel, Besenreiser oder Krampfadern sowie Ödeme. Später wird die Haut dünner, Wunden heilen schlechter und im Extremfall kommt es letztlich zum offenen Bein. Betroffene Patienten können von einer Behandlung mittels Kompressionstherapie profitieren.

  • Wie sieht Kompressionstherapie bei Ulcus cruris aus?

    Auch beim „offenen Bein“ ist die Kompression eine bewährte Therapiemethode. Bei fachgerechter Ausführung führt sie zu einer dauerhaften Steigerung des venösen Rückflusses Richtung Herz. Durch den ausgeübten Druck auf venöse Gefäße werden diese verengt – der venöse Rückfluss wird gesteigert, Ödeme reduziert und Abfallstoffe abtransportiert. Der Heilungsprozess lässt sich so deutlich beschleunigen! In der Praxis muss natürlich vorab mit allen an der Wundversorgung beteiligten Partnern abgeklärt werden, ob und wie eine Kompressionsversorgung durchgeführt werden kann. Erst dann können wir mit Ihrer Versorgung beginnen.

    Mit dem Ulcus cruris Strumpfsystem sind Sie dann in Sachen Kompression auf der sicheren Seite. Zur Behandlung des Ulkus werden zwei Lagen verwendet: zwei Strümpfe in unterschiedlichen Kompressionsklassen werden übereinander gezogen. Der untere Strumpf fixiert die Wundauflage und erzeugt einen durchgängigen niedrigen Ruhedruck, der die Wundheilung auch bei Nacht unterstützt. Der Oberstrumpf wird am Tag zusätzlich getragen und sorgt für hohen Arbeitsdruck in der Bewegung. Es gibt zwei Sets mit unterschiedlich starkem Fesseldruck, die eine differenzierte Therapie ermöglichen. Insgesamt wird so eine hohe Kompression gewährleistet, während gleichzeitig sichergestellt wird, dass das An- und Ausziehen möglichst leicht von der Hand geht. Wenn Sie doch einmal Hilfe beim An- und Ausziehen benötigen, kann eine Anziehhilfe eine gute Unterstützung sein.

  • Ulcus cruris bei diabetes mellitus – kann ich Kompressionsstrümpfe tragen?

    Viele denken, dass Diabetiker keine Kompressionstrümpfe tragen dürfen – ein hartnäckiges Vorurteil, das so allerdings nicht allgemeingültig ist. Es gibt bestimmte Ausschlusskriterien, zum Beispiel im Falle einer fortgeschrittenen peripheren arteriellen Verschlusskrankheit. Allerdings nimmt die Kompressionstherapie nichtsdestotrotz einen zentralen Stellenwert bei der Behandlung von Venenleiden ein – und das gilt auch für Diabetespatienten! Gerade bei Ulcus cruris ist das Tragen medizinischer Kompressionsstrümpfe unverzichtbar. Wie immer gilt jedoch: Klären Sie Ihre Absicht, eine Kompressionstherapie zu beginnen, vorher mit Ihrem Arzt ab. Wir sind dann im Anschluss gerne für Sie da, nehmen die Versorgung vor und schulen Sie auch im Umgang mit unseren Anziehhilfen.

  • Was gibt es bei einer Kompressionsbehandlung bei Kindern zu beachten?

    Wenn Kinder betroffen sind, gilt es meist, diese unbedingt zur „Mitarbeit“ zu bewegen, damit Verletzungen möglichst schnell abheilen können – man spricht auch von „Therapietreue“. Wir führen verschiedene spezielle Hilfsmittel in unserem Lymphsegment, die auf kindgerechte Art Unterstützung bei der Therapie setzen. Unsere Lymphtherapeuten beraten Sie gerne!