Nur ein Trend?

Der Trend zur vegetarischen Lebensweise hält schon seit vielen Jahren an. Etwa 6,2 Millionen Menschen aus Deutschland ordnen sich selbst als Vegetarier ein und leben somit ohne Fleisch. Doch warum haben immer mehr Menschen weniger Lust auf fleischliche Genüsse und ist es überhaupt vollkommen gesund und unbedenklich, so zu leben?  Die meisten Vegetarier haben sich aus ethischen oder gesundheitlichen Motiven dazu entschlossen, auf Fleisch zu verzichten, doch insgesamt gibt es viele verschiedene Gründe dafür.

Viele lehnen die Massentierhaltung ab, bei der überzüchtete Tiere nicht selten mit unerlaubten Arzneimitteln behandelt werden und ihr kurzes Dasein in viel zu engen Behausungen fristen müssen. Andere sprechen Tieren die gleiche Würde wie Menschen zu und lehnen daher generell Produkte von getöteten Lebewesen ab, so zum Beispiel auch Leder.

Man mag sich die Frage stellen, ob dem Vegetarier aufgrund seiner Ernährung nicht wichtige Nährstoffe fehlen. Aber ist dem tatsächlich so? Schauen wir uns zur Klärung dieser Frage zunächst die verschiedenen Arten von Vegetariern an:

  • Ovo-Lacto-Vegetarier: lehnen Fleisch und Fisch ab, Milchprodukte und Eier werden akzeptiert.
  • Lacto-Vegetarier: Fisch, Fleisch und Eier werden abgelehnt.
  • Veganer: verzichten auf alle Lebensmittel tierischer Herkunft

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Inhaltsstoffe:

Fisch und Fleischwaren gelten als wichtige Nährstofflieferanten für Eisen, Zink und eine Reihe von B-Vitaminen. Diese sind besonders wichtig für Kinder und Heranwachsende bis etwa zum 18. Lebensjahr. Ernährungswissenschaftler stehen der strengen veganen Nahrungsaufnahme, bei der tierisches Eiweiß völlig fehlt, kritisch gegenüber. Hier müssten Ernährungsergänzungsmitteln in den Ernährungsplan miteinbezogen werden.

Gemüse, Obst, Ballaststoffe, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und Nüsse bilden die Grundlage einer gesunden Ernährung und erhalten viel Protein. Bleibt die Kost jedoch einseitig oder ist sie nicht optimal zusammengestellt, drohen Versorgungsprobleme.

Vegetarische Ernährung ist in der Regel fettärmer als die Durchschnittskost. Das Vitaminreichtum in der pflanzlichen Kost punktet ebenso für eine gesunde Lebensweise, denn sie enthält mehr Vitamin B1, C und E sowie Beta-Carotin und Folsäure. Der Gesundheit kommen die erhöhte Anzahl an ungesättigten Fettsäuren und weniger Cholesterin ebenso zugute.

Ein Sorgenpunkt ist bei einer vegetarischen Lebenswiese allerdings die Eisenaufnahme, denn diese ist durch pflanzliche Produkte schwieriger in unseren Körper aufzunehmen als durch tierische. Dem kann jedoch mit einer erhöhten Aufnahme von Vitamin C, beispielsweise durch Fruchtsaft, entgegengewirkt werden. Wer sich vegetarisch ernährt, sollte daher keinen Kaffee oder schwarzen Tee zu oder direkt nach den Mahlzeiten trinken, da dies die Eisenverfügbarkeit der Lebensmittel herabsetzen würde.

Zu Beachten:

Kinder, die ausschließlich Pflanzliches essen, oder Menschen, die sich länger vegan ernähren, sind stark gefährdet, einen Vitamin-B12-Mangel zu entwickeln. Schwangere und stillende Veganerinnen sollten ihre Kost auf jeden Fall mit Vitamin B12 anreichern, da sonst schwere Mangelerscheinungen bei den Kindern auftreten können. Vitamin B12 kommt nämlich fast ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Wird der Unterversorgung nicht rechtzeitig gegengesteuert, kann es zu Störungen der Blutbildung und zu Nervenschäden kommen. Zudem sollte darauf geachtet werden, ab und an jodsalzhaltige Produkte zu sich zu nehmen, da es sonst dem Körper an diesen mangelt.

Fleischersatzprodukte, die in Aussehen und Geschmack echtem Fleisch ähneln, sollte man kritisch entgegenstehen, denn diese enthalten oft viel Salz, Fett, sowie künstliche Zusatzstoffe. Im Zweifelsfall lohnt es sich deshalb einen Blick auf die Zutatenliste zu werfen: Je länger sie ist, desto „künstlicher“ ist das Produkt.

Auch in der Gerüchteküche kursieren reichlich Gesundheitsmythen bezüglich des Vegetarismus: So zum Beispiel die Behauptung, Fleisch löse ursächlich Krebs aus. Einen Beweis hierfür gibt es jedoch nicht.

Insgesamt zeigen Studien, dass Vegetarier günstigere Blutdruckwerte, ein besseres Körpergewicht, eine höhere Lebenserwartung und eine geringere Anfälligkeit für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Mangelerscheinungen bei Vegetariern sind also Fehlanzeige und der allgemeine Gesundheitszustand soll sogar überdurchschnittlich gut sein, doch es gibt aus ernährungswissenschaftlicher Sicht eben dennoch einige Punkte zu beachten. Wenn man diese in Hinterkopf behält, steht einer gesunden Lebensweise auch ohne Fleisch nichts im Wege.

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