Infoblatt

Ein Therapierad gehört zur Produktgruppe der Mobilitätshilfen des Hilfsmittelverzeichnisses. Kinder, die mit einem solchen Hilfsmittel versorgt werden, können  spielerisch und aus eigenem Antrieb eine neue Art der Beinbewegung lernen. Meist haben diese Kinder einen zu geringen oder zu hohen Muskeltonus, die Spannung der Rumpfmuskulatur ist bei Vielen deutlich herabgesetzt.

Grundsätzlich lässt sich sagen:
Ein Therapiefahrrad oder –dreirad erhöht die Mobilität eines Kindes mit Handicap und dient eine Vielzahl von medizinischen und therapeutischen Möglichkeiten und Zielen:

Versorgungsziele auf Körperfunktionsebene

  • Fördern der Rumpfkontrolle
  • Fördern der Kopfkontrolle
  • Aktivität der Bein-und Armmuskulatur
  • Fördern der Gleichgewichtsreakt
  • Absenken des Muskeltonus
  • Anregen des Herz-Kreislauf-Systems und der Verdauung

Versorgungsziele auf Aktivitätseben

  • Verbesserung der Aktivität der Rumpfmuskulatur, der Beinkoordination, der Auge-Armkoordination und der Ganzkörperkoordinierung

Versorgungsziele auf Partizipationsebene

  • Förderung der Sozialen Integration durch Fahrradfahren mit Freunden
  • Ermöglichen von Ausflügen mit der Familie und
  • Überbrückung von größeren Distanzen

Ein Therapierad hat eine Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten als Dreirad, mit Stützrädern oder auch besonderen Rumpfhalterungen kann bei unsicheren Kindern der Gleichgewichtssinn trainiert werden, Schiebestangen unterstützen den Einsatz von Therapierädern über längere Distanzen, über Kupplungselemente können Fahrräder an ein Erwachsenenrad gekoppelt werden und machen so Ausflüge in Gruppen und über größere Distanzen möglich.

Tipp! O. g. Versorgungsziele in der Versorgungsbegründung (auch den Aspekt Teilhabe unter Gleichaltrigen) unbedingt angeben!