Infoblatt

Stehständer gehören zur Produktgruppe 28 des Hilfsmittelverzeichnisses und dienen der Vertikalisierung von Kindern und Jugendlichen, die aufgrund ihrer körperlichen und/oder geistigen Behinderung nicht in der Lage dazu sind, sich selbstständig achsengerecht hinzustellen. Meist sind die Kinder, die mit einem Stehständer versorgt werden, in Bezug auf die Muskelspannungsverhältnisse der Extremitäten entweder hyperton (sehr hohe Muskelspannung) oder hypoton (sehr niedrige Muskelspannung).

Stehständer dienen einer Vielzahl von medizinischen und therapeutischen Möglichkeiten und Zielen:

Versorgungsziele auf Körperfunktionsebene

  • Vorbeugung von Inaktivitätsosteoporose (Knochenschwund, Abnahme der Knochendichte oder „Erweichung“ der Knochen durch Nicht-Belastung), Gelenkfehlbildungen, Weichteilschrumpfungen
  • Anregen von Herz-Kreislauf-System und Verdauung

Versorgungsziele auf Aktivitätseben

  • Verbesserung der Aktivität der Rumpfmuskulatur und der Kopfkontrolle

Versorgungsziele auf Partizipationsebene

  • alternative Ess- und Spielposition, sozialen Integration durch „auf Augenhöhe sein“ mit Freunden

Es können vier unterschiedliche Konzepte von Stehständern unterschieden werden: Vertikale Stehständer (in denen die Kinder/Jugendlichen direkt senkrecht positioniert werden), Rückenschrägliegebretter (kommen aus der Rückenlage in die Senkrechte), Bauchschrägliegebretter (vertikalisieren aus der Bauchlage) und fahrbare Stehständer (können von Kindern/Jugendlichen selbstständig gefahren werden). Aus dem Bereich der Orthopädietechnik gibt es zudem Beckenbeinorthesen, die Kinder/Jugendliche vertikalisieren können. Alle Konzepte haben gemeinsam, dass die Vertikalisierung durch eine Stabilisierung der Füße im Fersenbereich, der Knie von vorne und des Beckens wiederum von hinten erfolgt. Dadurch wird auch völlig gelenkinstabilen Kindern und Jugendlichen ein Stehen ermöglicht. Durch ein umfangreiches Zubehörprogramm kann zudem auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen mit Handicap eingegangen werden.

Tipp! O. g. Versorgungsziele in der Versorgungsbegründung (auch den Aspekt Teilhabe unter Gleichaltrigen/Alltag in der Familie) unbedingt angeben!