Infoblatt

Für Kinder, die mit einer Behinderung leben, ist ihr Bett nicht nur ein Ort zum Schlafen. Viele dieser Kinder verbringen dort auch tagsüber viel Zeit. Darum muss ein solches Kinderpflegebett anders konstruiert sein, als das übliche Kinderbett, es muss besonders stabil sein, zum „Drinwohlfühlen“ einladen, höhenverstellbare und absenkbare Seitengitter oder auch Plexiglaswände haben. Die Liegefläche muss elektrisch verstellbar sein, damit Eltern und Pflegekräfte, oder auch ein/e TherapeutIn problemlos mit dem Kind umgehen können – sowohl zuhause, als auch in Kliniken oder Einrichtungen.

Ein behindertengerechtes Kinderpflegebett ist kein „Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens“, so heißt das juristisch. Es verfügt über spezielle Vorrichtungen, die von denen eines „normalen“ Bettes erheblich abweichen. Auf Grund dieser Spezialfunktionen wird es von gesunden Kindern nicht benutzt. Wenn mit einem speziellen Kinderpflegebett ein Ausgleich der Behinderung des Betroffenen bewirkt werden kann, den kein geeignetes „normales“ Bett erreicht, besteht eine Leistungsverpflichtung der  Gesetzlichen Krankenkassen zur Versorgung mit einem behindertengerechten Kinderpflegebett.

Versorgungsziele auf Körperfunktionsebene

  • Verbesserung der Vitalfunktionen (Atmung, etc.) durch unterschiedliche Liege-/Sitzpositionen
  • Verminderung von Schlafstörungen
  • Vermeidung von Sekundärschäden und (Selbst-)Verletzungen durch adäquate Lagerung und Polsterung

Versorgungsziele auf Aktivitätsebene

  • Ermöglichung einer adäquaten Pflege der Patienten
  • Verbesserung der Situation bei elementaren Pflegemaßnahmenm, wie katheterisieren und Vorlagen wechseln
  • Ermöglichung einer sicheren, entspannten Lagerung ohne die Gefahr des Herausfallens

Versorgungsziele auf Partizipationsebene (Teilhabeebene)

  • Ermöglichung eines selbstständigen Transfers (durch Höhenverstellbarkeit des Bettes)
  • Ermöglichen einer „normalen Alltagssituation“ in der Familie, mit anderen Kindern (durch Absenkbarkeit des Bettes)
  • Ermöglichen von Sichtkontakt und Miteinander (Teilhabe) und dennoch geschütztem Aufenthalt im Bett

Bei der Beantragung eines in Größe und Belastbarkeit passenden Kinderpflegebettes muss man immer auch die Wohnsituation im Auge haben.

Tipp! Oben genannte Versorgungsziele, auch Teilhabeaspekte, in der
Versorgungsbegründung unbedingt angeben!