Infoblatt

Badelifter, Badesitze, Badeliegen, Duschsitze und Duschhocker gehören zur Produktgruppe 04 des Hilfsmittelverzeichnisses. Sie sind wichtig für Menschen, die nicht, oder nicht gut selbstständig und sicher sitzen können, weil ihr Rumpf instabil ist. Gleichzeitig erleichtern sie die hygienische Körperpflege – sowohl die selbstständige, als auch Pflege durch Angehörige oder Pflegedienste.

Grundsätzlich lässt sich sagen:
Obwohl eine Badeliege / ein Badesitz eher standardisierte Hilfsmittel sind, dienen sie diversen pflegerischen, aber auch therapeutischen Möglichkeiten und Zielen:

Versorgungsziele auf Körperfunktionsebene

  • Unterstützung der Rumpfstabilität beim Baden
  • Erleichterung der Körperpflege
  • Vermeidung von pathologischen Bewegungsmustern beim Baden (z. B. Streckspasmen in der Hüfte … Überstreckung)
  • Schaffung einer sicheren Sitz- oder Liegeposition beim Baden/Duschen

Versorgungsziele auf Aktivitätseben

  • Aktive Teilnahme an der Körperhygiene
  • Positive Erfahrung des Badens/Duschens als Entspannung
  • Empfinden von Sicherheit bei der Pflege/beim selbstständigen Baden durch Rumpfstabilität

Versorgungsziele auf Partizipationsebene

  • Förderung der Selbstständigkeit bei der Körperpflege
  • Gefühl von Selbstbestimmtheit durch Sicherheit bei der Körperhygiene
  • Ermöglichen einer „normalen Alltagssituation“ in der Familie
  • Ermöglichen von Teilhabe in Kita/Schule durch Einsatz im Sandkasten oder Planschbecken
  • Erhaltung der Rückengesundheit der Pflegenden

Eine in Größe und Belastbarkeit passende mobile Badeliege/ein Badesitz kann vielseitiger als gedacht eingesetzt werden. Neben allen Erleichterungen in der Pflegesituation kann sie auch als einfaches Hilfsmittel zum gemeinsamen Spiel und Spaß benutzt werden. Beim Kauf muss man immer die Wohnsituation im Auge haben. Wie groß ist die Wanne oder Dusche? Gibt es eine Abtrennung, wie gut erreicht die Pflegeperson das Kind zum Waschen? Gibt es vielleicht langfristig Chancen, bauliche Wohnraumanpassungen durchzuführen?

Tipp! O. g. Versorgungsziele in Versorgungsbegründung (auch den Aspekt Teilhabe unter Gleichaltrigen/Alltag in der Familie) unbedingt angeben!