Infoblatt

Was ist zu tun, wenn das Kind mit Handicap die Regelschule besucht? Eine Orientierung an diesen Schritten der Hilfsmittelbeantragung kann bei der Organisation des Schulalltags helfen.

  1. Schritt: Runder Tisch mit allen Beteiligten. Pädagogen werden über das Krankheitsbild des Kindes informiert und lernen dessen Hilfsmittel und Therapien kennen (Info muss durch Eltern/Kind, Arzt/Therapeut, Versorger erfolgen) → Gemeinsame Ressourcen und Möglichkeiten diskutieren.
  2. Schritt: Bedarfsermittlung mit Fokus auf schul- und alltagsrelevanten Zielen
    a) individuell/Sonderbau
    b) Förderbedarf/Standardreha
    Verordnung nach Gespräch mit Arzt/Therapeut, Kind/Eltern, Pädagogen mit Angabe des schul– und alltagsrelevanten Versorgungsziels nach ICF – Bedarfsermittlungsbogen BEB.
  3. Schritt: Klärung der Kostenübernahme. Als klassische Kostenträger gelten Krankenkassen oder als eher neue Möglichkeiten Eingliederungshilfe, Sozialhilfeträger, Kommunen oder Schulen.
  4. Schritt: Beratung und Praxistest in der Schule. Der Rehaberater stellt verschiedene Hilfsmittel vor, die ausprobiert werden können. Bei der Auswahl der potenziellen Hilfsmittel werden die Einrichtung/Schulträger, das Kind/die Eltern, Pädagogen und Inklusionshelfer berücksichtigt.
  5. Schritt: Erprobung im Schulalltag. Der Rehaberater erläutert die Handhabung und die technischen Besonderheiten des Hilfsmittels und wird im Schulalltag getestet.
  6. Schritt: Festlegung der Hilfsmittel und Kostenvoranschlag. Der Rehaberater unterstützt die Schule und die Familie im Genehmigungsverfahren.
  7. Schritt: Genehmigung. Entweder erfolgt die Genehmigung oder bei einer Ablehnung werden mit Unterstützung des Rehaberaters weitere Schritte, wie ein Widerspruch oder erneuter Antrag geplant.
  8. Schritt: Auslieferung des Hilfsmittels oder Schulmöbelstücks. Das Hilfsmittel oder Möbelstück wird den Eltern, dem Kind, den Pädagogen in seiner Handhabung erklärt. Gegebenenfalls wird hier ein Therapeut, der mit dem Hilfsmittel vertraut ist, hinzugezogen.
  9. Schritt: Überprüfung der Versorgungsziele. Es wird überprüft, ob die Versorgungsziele erreicht wurden und evtl. erfolgen nach sechs Monaten Anpassungen.