Augensteuerung

Augen auf und durch: Augensteuerung macht’s möglich!

Bei Patienten mit starken motorischen Einschränkungen ist eine Bedienung der Kommunikationshilfen mit den Händen in vielen Fällen nicht möglich. Fortgeschrittene ALS- oder MS-Erkrankungen, schwere Körperbehinderungen oder andere Einschränkungen können es notwendig machen, dass der Betroffene seine Kommunikationshilfen auf andere Art ansteuert: Mit den Augen.

Zu diesem Zweck können viele Geräte mit einem Augensteuerungsmodul ausgestattet werden. Das Modul erkennt Blickbewegungen (diese Technik nennt sich auch „Eyetracking“) und ermöglicht so eine Anwahl der Felder auf dem Monitor durch Blicke. Augensteuerungsmodule bestehen in der Regel aus Kameras, Lichtquellen und dem Prozessor. Es sendet Licht nahe dem infraroten Spektrum aus, das dann von den Augen reflektiert wird. So kann die Kamera die Lage der Pupillen erkennen und erfasst die Reflektion auf der Iris oder auf dem Pupillenrand. Darüber hinaus kann es errechnen, wie das Verhältnis zwischen der Mitte der Pupille und dem Reflektionspunkt ist und leitet daraus ab, welchen Punkt auf dem Bildschirm der jeweilige Nutzer gerade fixiert. Der Nutzer bewegt so über seine Blickrichtung den Mauszeiger auf dem Bildschirm, wo er gezielt Funktionen oder Felder ansteuert. Die Auswahl des entsprechenden Felds erfolgt dann über einen Taster, über Blinzeln oder über die Verweildauer des Cursors bzw. des Blicks.

Auf diese Weise können auch bei fortschreitenden Erkrankungen gewohnte Kommunikationshilfen weiterhin genutzt werden. Ein handelsüblicher PC oder Mac kann dann vollumfänglich bedient werden – und das allein über Blicke! Die Nutzung einer Augensteuerung ist auch für Brillenträger grundsätzlich möglich. Auch Fehlstellungen der Augen können in vielen Fällen durch richtige Kalibrierung ausgeglichen werden. Je nach System variiert die Toleranz der Geräte für Kopfbewegungen, was natürlich gerade für Nutzer, deren Kopfkontrolle eingeschränkt ist, zum Problem werden kann. Es gibt aber Systeme mit größerer Bewegungstoleranz, die eine Bedienung per Augensteuerung dennoch ermöglichen können. Hier muss im Einzelfall geprüft werden, welche Lösung für Sie infrage kommt.

Sie haben noch keine Kommunikationshilfe? Das können wir gerne ändern! Wir helfen Ihnen bei der Auswahl moderner Geräte, die bei Sprach- und Sprechstörungen die Alltagskommunikation unterstützen. Auch eine Sprachtherapeutin steht Ihnen zur Verfügung.